Der Klumpensonntag stand bei uns schon von jeher im Zeichen der tätigen Solidarität: Ein Einsatz für den guten Zweck mit unseren flinken Händen und Füßen. In den Wochen vorm Klumpensonntag 2019 wollen wir mit einer kleiner Artikelreihe zurückblicken auf die Aktionen der Rheder Pfadfinder aus den letzten 7 Jahrzehnten.

Manfred Kopie

(Manfred Höyng in Afrika)

Die Pfadfinderei zeichnete sich schon immer durch Internationalität aus. Deswegen wundert es nur wenig, dass man schon bald den Blick über den Tellerrand wagte.
Als Manfred Höyng Anfang der 60er nach Afrika entsandt wurde, steckte die Jahresaktion der DPSG noch in den Kinderschuhen. Rhede ging da einen Schritt voran: Als Manfred 1963 seine Arbeit in Ruanda aufnahm, rief der Dachverband gerade zum dritten Mal zur tätigen Solidarität seiner Mitglieder auf.
In diesem Jahr stand die Jahresaktion auch unter einem passenden Thema: "Flinke Hände, flinke Füße schaffen für junge Menschen in Afrika."

Der Titel sollte bleiben.
Das Rheder Engagement auch.

Zeitung C

(Aus einem Artikel des Bocholter Borkener Volksblatts)

Seit den 60ern machte eine neue Generation Ernst mit dem Versprechen, die (ganze) Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als man sie vorgefunden hatte. Und auch das war ein Weg, sich weiter in die Mitte der Dorfgemeinschaft zu bringen: In dem man demonstrierte, wie sehr man Anteil an den Dingen in Welt um einen herum nahm.
Und das war entscheidend: Die Art, wie man sich mit den Themen auseinandersetzte, wurde sehr bald als etwas typisch und selbverständlich Pfadfinderisches wahrgenommen.

Übersicht Jahresaktionen A

(Die Jahresaktionen bis 1990)

In der nächsten Woche erzählen wir euch von einer Rheder Roverrunde, die sich seit den 80ern für die Eine Welt einsetzt.

Hier geht es zu Teil 3.

 

Nachtrag vom 7.10. 2019:

Manfred Höyng hat nach der Lektüre des Rheder Stadtgesprächs 10/2019 eine sachliche Korrektur vorgenommen, da er anders als in diesem Artikel behauptet nicht vom Bistum Münster, sondern von Misereor entsandt wurde. Nebenbei gibt seine Rückmeldung einen sehr wertvollen, weil detaillierten Einblick in die damaligen Verhältnisse!

Aus seiner Erklärung:

"Der Einsatz als Entwicklungshelfer im Kraftfahrzeughandwerk in der Zeit von Februar 1963 –August 1966 in Ruanda in Zentralafrika wurde von Misereor Aachen finanziert und Misereor war auch die Entsende-Organisation.Der Einsatz als Entwicklungshelfer im Kraftfahrzeughandwerk in der Zeit von Februar 1963 –August 1966 in Ruanda in Zentralafrika wurde von Misereor Aachen finanziert und Misereor war auch die Entsende-Organisation.Durch die Fasten-Aktion „Misereor“ war sehr viel Geld zusammengekommen, so dass man sich bei Misereor dazu entschied, die bis dahin praktizierten Geldzuwendungen um eine personelle Entwicklungshilfe zu erweitern.Die einjährige Vorbereitung wurde durchgeführt von der AGEH Aachen(Arbeits-Gemeinschaft-Entwicklungs- Hilfe -ein Zusammenschluss von 30 katholischen Verbänden, die sich um die Entsendung von Entwicklungshelfern kümmern wollten.

Der Vorbereitungsort für die Handwerker war in Köln-Deutz (Kolping), die Mediziner und Krankenschwestern wurden in Freiburg vorbereitet, während die Vorbereitung der landwirtschaftlichen Berufe, wie vielen sicher bekannt, in der Landjugend-Akademie Klausenhof in Dingden stattfand.Die Einsätze der Entwicklungshelfer waren Einsätze von ausgebildeten Fachkräften in ihren jeweiligen erlernten Berufen. Der Einsatz galt in der Regel für drei Jahre.Einsatzorte waren häufig Zentralwerkstätte, Schulen und MedizinVersorgungszentren der Bistümer, da das die nächstliegenden Ansprechpartner von Misereor waren.Die Entwicklungshelfer waren keine Laienmissionare oder Missionsbrüder(-schwestern) obwohl ihr Einsatz eng mit der Mission verbunden war.

Um auf die Aussage im Rheder Stadtgespräch 10/2019 zurückzukommen, ich wurde nicht vom Bistum Münster entsandt. Die Annahme beruht vielleicht darauf, dass seinerzeit in der Presse berichtet wurde, zwei junge Leute aus dem Bistum Münster wurden in die Entwicklungshilfe entsandt (s.A.)Der Einsatz ist nicht zu vergleichen mit den heute vom Bistum organisierten Kurzeinsätzen als Missionar auf Zeit oder verschiedenen Praktika, die von vielen Organisationen angeboten werden. [...] Bei der Vielzahl von Auslandsreisen, Besuchen und Kurzaufenthalten die heute angeboten werden ist es wichtig die genauen Unterschiede darzulegen."